Zwischen dem, was wir wahrnehmen, für wahr nehmen, und dem, was wahrhaft ist, klaffen nicht selten Welten. Es ist zugleich das Reich der Hoffnung, der Wunschvorstellung, der Projektion – so auch in der Kunst. Pablo Picasso soll sich einmal unerkannt unter die Besucher einer Ausstellung gemischt haben – ihren Worten lauschend. Später meinte er, es sei erstaunlich, was die Betrachter alles in seinen Werken zu erkennen glauben …
Manfred Röttchers Arbeiten bestechen durch ihr farbenfrohes Erscheinen, aber auch durch die verschiedenen Stilrichtungen. Es scheint, als seien gleich mehrere Schöpfer am Werk gewesen, was eine künstlerische Verortung nicht leicht macht, wie auch im Buch „Wandlungsreich“ nachzulesen ist. In seiner bereits dritten Werkschau in der Galerie H1 zeigt der Grafiker und Kunstmaler aus der Bodenseeregion eine Fülle neuer Gemälde, die allesamt nach 2022 entstanden sind.
Harm van der Zeeuw aus der niederländischen Provinz Limburg erschafft aufwändige mehrteilige Plastiken rein aus Keramik, selbst wenn auf den ersten Blick noch andere Werkstoffe wie etwa Metall vermutet werden. Unschwer erkennt man in den Objekten, die oft Fahrzeugen oder Apparaten, aber auch Artefakten längst vergangener Zivilisationen ähneln, Anklänge an die Werke Hieronymus Boschs, den er selbst als Inspiration benennt; aber auch Jules Verne oder Leonardo da Vinci lassen grüßen.
Nikolaus Wilhelmy verbindet mit seinen Fotografien Licht, Farben und Formen zu einzigartigen abstrakten Kunstwerken. Die „LichtBilder“, wie er sie nennt, sollen ihre Wirkung unbeeindruckt von rationalen Überlegungen entfalten dürfen. Sie stehen für die Schönheit des Moments, aber auch für dessen Vergänglichkeit. Es bleibt indes ein Geheimnis, was genau der Fotograf aus Sinzig mit der Linse einfängt und wie die Motive technisch entstehen. Er betont jedenfalls, dass seine „LichtBilder“ keinerlei digitale Nachbearbeitung erfahren.

Die Vernissage findet am Freitag, den 5. Juni 2026 statt: Einlass 18:00 Uhr, Beginn 18:30 Uhr.
Die Laudatio hält der Kunsthistoriker und Direktor des Stadtmuseums Andernach, Dr. Kai Seebert.
Die musikalische Begleitung steuert das Duo „Machbarschaft“ bei. Am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juni, hat die Galerie H1 im Rahmen des „Europäischen Keramikmarkts“ ihre Türen von 10 bis 18 Uhr geöffnet – an beiden Tagen gibt es für Kunstfreunde neben Getränken auch ein kleines Speiseangebot.

Lebendige Lieder mit klaren Texten und bewegten Rhythmen, dafür steht der Liedermacher und Gitarrist Daniel Lipskey, der sich mit Percussionist Shadi Al Housh wortspielerisch „Machbarschaft“ nennt. Ihr Faible ist die freie Improvisation: mal laut, mal schrill, mal leise, mal einfach nur schön.
Die Künstler stehen anlässlich der Vernissage sowie an beiden Folgetagen (Sa., 6. sowie So., 7. Juni 2026, anlässlich des 46. Internationalen Keramikmarkts), für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Link zur Pressemiteilung.
Hier geht’s zu den Informationen der vorherigen Kunstausstellung, die bis 19. Mai 2026 zu sehen war.
Einen Rückblick auf noch ältere Ausstellungen, etwa mit Werken von Andreu Ginestet, Clemens Weiss, Gerard Kever, Frank N, Cosima Göpfert, Björn Gschwendtner, Kerstin Hoffmann, Andreas Koch, Susanne Schmidt und anderen werden demnächst online gestellt.